Vorsorge
Jeder Mensch kann eine Menge dazu beitragen, das eigene Risiko an Krebs zu erkranken, zu mindern.
Der Europäische Kodex zur Krebsbekämpfung ist eine Zusammenfassung aller Maßnahmen, die zu einer Senkung des persönlichen Krebsrisikos beitragen. Er wurde 1987 auf Initiative der Europäischen Kommission veröffentlicht und seitdem anhand der neusten onkologischen Forschungsergebnisse stetig weiterentwickelt.
Die folgenden Informationen finden Sie auch übersichtlich auf unserem Lesezeichen, welches Sie kostenlos hier bestellen oder herunterladen können.
14 Möglichkeiten, Ihr Krebsrisiko zu senken
Das Rauchen von Tabakprodukten und E-Zigaretten erhöht das Risiko für viele Krebsarten, insbesondere Lungenkrebs, aber auch Mund-, Rachen-, Speiseröhren-, Bauchspeicheldrüsen- und Nierenkrebs. Sollten Sie bereits rauchen, versuchen Sie möglichst bald damit aufzuhören. Bereits nach kurzer Zeit sinkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und viele Krebsarten. Interessante Informationen und Unterstützung dabei, mit dem Rauchen aufzuhören, finden Sie auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
Passivrauchen ist ebenfalls schädlich und kann Krebs verursachen. Halten Sie deshalb Räume zu Hause und am Arbeitsplatz rauchfrei. Unterstützen Sie Maßnahmen zum Schutz von Nichtraucherinnen und Nichtrauchern; besonders für Kinder, Schwangere und Jugendliche. Selbst kurze Passivrauch-Expositionen erhöhen das Risiko für Atemwegserkrankungen und einige Krebsarten. Darum gilt es, Plätze, an denen geraucht wird, zu meiden. Wird zu Hause geraucht, sollten Kompromisse ausgehandelt werden, zum Beispiel dass nur vor der Tür geraucht werden darf.
Übergewicht und Adipositas erhöhen das Risiko für verschiedene Krebsarten, darunter Darm-, Brust-, Nieren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Als Faustregel gilt: Je stärker ausgeprägt das Übergewicht ist, desto höher ist das Erkrankungsrisiko. Versuchen Sie deshalb, Ihr Gewicht im gesunden Bereich zu halten. Kleine Veränderungen im Alltag, wie Treppensteigen statt Aufzug, weniger zuckerhaltige Getränke oder regelmäßige Bewegung, können langfristig viel bewirken. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt zusätzlich die Gewichtskontrolle.
Regelmäßige Bewegung senkt das Krebsrisiko und hilft, ein gesundes Körpergewicht zu halten. Versuchen Sie, täglich aktiv zu sein, z. B. durch Spazierengehen, Radfahren, Gartenarbeit oder Sport. Vermeiden Sie längere Sitzzeiten, besonders im Beruf oder vor Bildschirmen. Kurze Bewegungspausen, wie ein Spaziergang in der Mittagspause, wirken sich bereits positiv aus.
Eine ausgewogene Ernährung kann das Krebsrisiko senken und Ihre allgemeine Gesundheit fördern. Essen Sie überwiegend Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte. Reduzieren Sie stark verarbeitete und zuckerreiche Lebensmittel und Getränke sowie rotes und verarbeitetes Fleisch. Kleine Änderungen im Alltag, z. B. ein fleischfreier Tag pro Woche, können bereits einen positiven Beitrag leisten. Eine abwechslungsreiche Ernährung liefert wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe, die Ihre Körperfunktionen unterstützen und zur Krebsprävention beitragen.
Alkoholkonsum erhöht das Risiko für mehrere Krebsarten, darunter Mund-, Rachen-, Speiseröhren-, Leber-, Darm- und Brustkrebs. Für die Prävention gilt: keine Alkohol ist risikofrei. Wenn Sie trinken, reduzieren Sie die Menge oder besser: wählen Sie alkoholfreie Alternativen. Jede Einsparungen wirken sich positiv auf Ihr Krebsrisiko und Ihre allgemeine Gesundheit aus.
Stillen senkt das Brustkrebsrisiko der Mutter und ist gesund für das Kind. Wenn möglich, stillen Sie Ihr Kind, denn schon wenige Monate können einen positiven Effekt auf die Gesundheit von Mutter und Kind haben. Lassen Sie sich bei Bedarf von Hebammen oder Ärztinnen und Ärzten beraten.
Wenn wir einen Sonnenbrand auf unserer Haut entdecken, ist es schon zu spät: UV-Strahlen haben bereits die Erbsubstanz (DNA) in den Hautzellen geschädigt. Zwar können Reparaturmechanismen der Haut diese Schäden beheben, manchmal kommt es dabei jedoch zu Veränderungen im Erbgut. Da diese sog. Mutationen zu bösartigem Zellwachstum führen können, wird das Hautkrebsrisiko mit jedem Sonnenbrand größer. Auf ausgiebige Sonnenbäder sollte da UV-Strahlung erhöht das Risiko für Hautkrebs. Schon vor einem Sonnenbrand, werden die Hautzellen langfristig geschädigt – je öfter, desto höher das Risiko an Hautkrebs zu erkranken. Schützen Sie sich deshalb nach ABC-Regel vor UV-Strahlung: Ausweichen, Bedecken, Cremen. Vermeiden Sie direkte Sonne, besonders zwischen 11 und 15 Uhr. Tragen Sie Schutzkleidung, Hut, Sonnenbrille und verwenden Sie Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor für unbedeckte Stellen. Solarien sollten Sie ebenso meiden.
Kinder sind zudem besonders empfindlich gegenüber UV-Strahlung – achten Sie unbedingt auf ausreichenden Schutz beim Spielen im Freien. her am besten komplett verzichtet werden. Gehen Sie nur mit ausreichendem Lichtschutzfaktor durch Sonnencreme in die Sonne und bedecken Sie Körper und Kopf mit Kleidung bzw. einem Sonnenhut.
Einige Arbeitsstoffe können Krebs verursachen. Auf der Liste der gefährlichen Schadstoffe stehen etwa Asbest, Benzol und Dioxine, aber auch Abgase aus Dieselmotoren. Nutzen Sie Schutzmaßnahmen, persönliche Schutzausrüstung und beachten Sie Sicherheitsvorschriften. Arbeitgeber sind verpflichtet, Risiken zu minimieren. Informieren Sie sich über mögliche Gefahren und wenden Sie sich bei Fragen an Fachkräfte für Arbeitssicherheit.
Radon ist ein natürlich vorkommendes, radioaktives Gas in der Erde. Es kann in Gebäuden vorkommen und verursacht Lungenkrebs. Da das Gas farb- und geruchlos ist, können nur radioaktive Messungen Klarheit schaffen, wie hoch die örtliche Radonbelastung ist. Besonders in Neubauten oder Häusern mit direktem Erdanschluss lohnt sich eine Kontrolle. Bei erhöhten Werten helfen bauliche Maßnahmen, wie Abdichtung des Kellers oder Belüftungssysteme, die Belastung zu senken.
Luftverschmutzung kann das Risiko für Lungenkrebs erhöhen. Besonders empfindlich sind Kinder, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen der Atemwege. Sie können selbst aktiv dazu beitragen, Ihre Belastung zu reduzieren: Nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel, gehen Sie zu Fuß oder fahren Sie mit dem Fahrrad, statt das Auto zu nehmen. Suchen Sie sich verkehrsarme Wege beim Spazieren, Radfahren oder Sport im Freien. Halten Sie Ihr Zuhause rauchfrei und vermeiden Sie das Verbrennen von Kohle oder Holz. Unterstützen Sie außerdem Maßnahmen, die die Luftqualität in Ihrer Umgebung verbessern, um alle zu schützen.
Fast ein Fünftel aller Krebserkrankungen wird durch Infektionen mit Viren oder Bakterien verursacht. Gegen einige dieser Infektionen kann man sich schützen – zum Beispiel durch Impfungen. Die Impfung gegen Hepatitis‑B‑Viren (HBV) war die erste echte Impfung gegen Krebs, da sie vor einer chronischen Leberentzündung und damit vor Leberkrebs schützt. Lassen Sie Ihre Kinder ab neun Jahren gegen HPV impfen, um das Risiko für verschiedene Krebsarten wie Gebärmutterhals-, Anus-, Rachen- oder Peniskrebs zu senken.
In Deutschland gibt es zudem gezielte Tests auf Hepatitis B und C, HIV sowie Helicobacter pylori, insbesondere bei Risikogruppen oder auf ärztlichen Rat. Frühzeitige Diagnose und Behandlung dieser Infektionen senkt das Krebsrisiko. Informieren Sie sich bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über empfohlene Impfungen und Tests für Sie und Ihre Familie.
Eine Hormonersatztherapie in den Wechseljahren kann das Risiko für bestimmte Krebsarten erhöhen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Nutzen, Risiken und mögliche Alternativen. Eine individuelle Abwägung hilft, gesundheitliche Vorteile zu nutzen und Risiken zu reduzieren.
Je früher eine Krebserkrankung erkannt wird, desto besser ist sie in der Regel heilbar. Darum ist die Teilnahme an den bestehenden Screening-Programmen so wichtig. Darmkrebs, Hautkrebs, Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs und Prostatakrebs angeboten. Der Nutzen dieser Untersuchungen ist hinreichend belegt. Da bei den Screenings auf Gebärmutterhals- und Darmkrebs auch Krebsvorstufen entdeckt werden können, kann die Entstehung von Krebs sogar in vielen Fällen verhindert werden. Personen mit erhöhtem Risiko können zusätzlich Lungenkrebs-Screenings nutzen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die passenden Programme für Ihr Alter und Ihre persönliche Risikosituation.
Bewegen Sie sich täglich
Sie sind gerne aktiv und möchten etwas für Ihre Gesundheit und gleichzeitig etwas Gutes tun? Dann werden Sie Laufpatin oder Laufpate der Thüringischen Krebsgesellschaft e.V. und unterstützen Sie die wertvolle Arbeit des gemeinnützigen Vereins und helfen Sie Krebsbetroffenen.